Kirche in der Region Krefeld
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In Krefeld setzte die Bleiberger Fabrik ihr Kunstprojekt fort

In der Bleiberger Fabrik fanden die Teilnehmer viel anregendes Material und künstlerische Begleitung für die Umsetzung ihrer Ideen.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 05/2016

Transparenz und dennoch Schutz

Der Pfarreirat von Papst Johannes XXIII. spürte auf kreative Art den gemeinsamen Zielen nach

„Was ist uns heilig?“, lautete der Arbeitstitel eines Projektes der Bleiberger Fabrik in Aachen. Hier können spirituelle Inhalte kreativ umgesetzt werden. Ein Pfarreirat der Krefelder Innenstadt nutzte die Aktion als Besinnungstag.

„Transparenz und Toleranz sind uns wirklich wichtig“, fasst Katharina Lütkebohle vom Pfarreirat Johannes XXIII. zusammen. Sichtbar wird das an den Werkstoffen, die die Teilnehmer für ihr gemeinsames Objekt gewählt haben: Glas, Spiegel und durchsichtige Diarahmenplatten. Farbige Folien symbolisieren unterschiedliche Sichtweisen. Zur Installation gehören Stoffreste und Perlen, aber auch spitze Steine, denn „jeder ist anders und wir haben alle unsere Ecken und Kanten.“ Eine Spiegelscherbe signalisiert dem Betrachter: „Auch du bist gesehen und gehalten, so wie du bist.“

 

Herausforderung, persönliche Ideen im Ojekt anschaulich zu machen

Die Grundhaltung für ihre Gemeindearbeit war den Teilnehmern nicht neu, aber „es ist etwas anderes, wenn man versucht, das in so einem Objekt anschaulich zu machen“, sagt Lütkebohle. Der Künstler Antonio Nuñez, Mitarbeiter der Bleiberger Fabrik, habe großen Anteil an der Umsetzung gehabt. Dabei seien auch persönliche Schwerpunkte deutlich geworden: „Einer Teilnehmerin lag sehr daran, dass Kirche einladend ist. Sie hat das mit einer geöffneten Tür ausgedrückt.“ Ihre Arbeitsgruppe hat die transparenten Wände größtenteils mit Stoff abgedeckt, denn „das Wesen des Menschen ist verborgen – bis auf die Stellen, wo er verletzt ist oder sich freiwillig zeigt.“ Dagegen plädiert eine andere Gruppe gerade für die Offenheit. Ein Auge ruht in einem Netz aus durchsichtigem Faden und begegnet dem Blick des Betrachters. „Einander zu sehen braucht den geschützten Raum“, erklärt Lütkebohle.

 

Individuelles wuchs zu einem Ganzen zusammen

Die Idee, wie die Arbeiten der Kleingruppen zu einem Ganzen verbunden werden, sei von Nuñez gekommen, sagt sie. „Er hat zusammengeführt, was da ist, und das war für uns eine wichtige Erkenntnis.“ Die Gruppe habe den Tag als sehr motivierend für ihre Zusammenarbeit erlebt. Ähnlich berichtet es Anne Hermann-Dentges, die die Erzieherinnen von St. Franziskus begleitete. Die Teilnehmerinnen probierten verschiedene Techniken der Malerei aus. Auch diese Gruppe nahm sich einen Tag Zeit für den Besuch bei der Bleiberger Fabrik. „Das hat ja auch etwas von Pilgerschaft“, sagt deren Leiterin Sibylle Keupen. Sie freut sich, dass das Projekt aus dem Jahr der Heiligtumsfahrt 2014 nun eine Fortsetzung gefunden hat. Diesmal waren vor allem Gruppen aus dem Norden des Bistums eingeladen, ihre „Heiligtümer des Alltages“ vorzustellen. In Krefeld beteiligten sich sechs Gruppen, darunter Kommunionkinder, Pfadfinder, eine Gruppe der KFD (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands) und zwei Wohngruppen für psychisch Kranke, eine vom Alexianer-Krankenhaus und eine von der Klinik Königshof. Die Ergebnisse werden gemeinsam mit 17 Werken aus dem Raum Aachen in der Krefelder Josefskirche ausgestellt.

Die Ausstellung ist bis zum 18. März samstags von 11 bis 13 Uhr (offene Führung um 11.30 Uhr), mittwochs ab 19.30 Uhr (mit Rahmenprogramm) geöffnet; Finissage am 18. März um 20 Uhr.


Von Regina Kraus

Veröffentlicht am 27.01.2016

 
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